Krafft Arnold Ehricke

Krafft Arnold Ehricke (* 24. März 1917 in Berlin; † 11. Dezember 1984 in La Jolla) war ein deutsch-amerikanischer Raketentechniker.
Sein Vater, Arnold Ehricke, war Professor für Zahnheilkunde und Kieferchirurgie. Seine Mutter, Ruth, war auch praktizierende Zahnärztin, und lebte nach der Scheidung in Boston.
Ehricke schloss 1942 sein Studium der Luftfahrttechnik an der Technischen Hochschule Berlin ab. Während des Zweiten Weltkriegs war er ein bedeutendes Mitglied des Raketenentwicklungsprogramms in Peenemünde. Hier begann er auch mit seiner Arbeit über zukünftige Raumfahrtprojekte, einschließlich bemannter Raumfahrt und nuklearer Raketenantriebe.
1947 kam er im Rahmen der Operation Paperclip in die USA, wo er seine Arbeiten über Raketen und Raumfahrt fortsetzte. Anfang der 1950er Jahre wurde er Mitarbeiter der neu gegründeten Consolidated Vultee Aircraft Corporation (später General Dynamics) Astronautics Division. Er war an der Entwicklung der erfolgreichen Atlas-Rakete beteiligt. Im Jahre 1954 erhielt Krafft Ehricke die Staatsbürgerschaft der USA. 1959 wurde er zum Direktor des Centaur-Programms ernannt, wo er die Entwicklung der weltweit ersten Raketenstufe, die flüssigen Wasserstoff und flüssigen Sauerstoff als Treibstoff verwendete, leitete.
Ab 1974 als Chefwissenschaftler bei der North American Rockwell Space Systems Division entwickelte er Konzepte der interplanetaren und interstellaren Raumfahrt und der Rohstoffgewinnung auf Mond und Mars.
Er starb 1984 in La Jolla an Leukämie. Ein Teil seiner Asche wurde 1997 bei der ersten Weltraumbestattung ins All gebracht.
Er war verheiratet mit Ingeborg, mit der er drei Töchter hatte. Seine Witwe gründete 1985 das Krafft A. Ehricke Institute for Space Development.

Ethiopian-Airlines-Flug 702

Boeing 767 der EA mit dem Kennzeichen ET-AMF
Der Ethiopian Airlines Flug ET702 war ein Flug der Ethiopian Airlines mit dem Kennzeichen ET-AMF mit einer Boeing 767-300, der am 17. Februar 2014 mit der Androhung von Gewalt auf dem Flug von Addis Abeba nach Rom von Copilot Hailemedhin Abera Tegegn entführt wurde. Das Flugzeug flog daraufhin am Ziel Rom vorbei weiter nach Genf. Es wurden keine Personen verletzt und das Flugzeug blieb unbeschädigt, nachdem der Copilot offensichtlich die Kontrolle über das Flugzeug übernommen hatte, indem er sich im Cockpit eingeschlossen hatte, als der Kapitän zur Toilette gegangen war. Der Copilot selbst informierte die Behörden über die Entführung des Flugzeugs. Er drohte das Flugzeug abstürzen zu lassen, falls der Kapitän nicht aufhören sollte, die Tür des Cockpits aufzubrechen. Sein Ziel war es, in der Schweiz politisches Asyl zu beantragen. Der Copilot ließ sich nach der Landung ohne Widerstand festnehmen, nachdem er aus dem Cockpitfenster geklettert war. Das Flugzeug war nach dem Abweichen vom Flugplan von zwei Eurofightern der Aeronautica Militare begleitet worden. Der Bruder des Entführers gab in einem Interview an, dass sein Bruder weder politisch verfolgt noch arm sei, sondern an Verfolgungswahn leide.
Das entführte Flugzeug wurde gemäß internationaler Übereinkommen von französischen und italienischen Kampfflugzeugen eskortiert. Der Schweizer Luftraum wurde bis zum Endanflug nicht überflogen. Von nationalen und internationalen Medien wurde angemerkt, dass der Jetbetrieb der Luftwaffe nur zu Bürozeiten wochentags von 8 Uhr bis 12 Uhr und von 13 Uhr 30 bis 17 Uhr einsatzbereit sei, was in der Schweiz eine erneute Diskussion über die Luftraumsicherung des Landes auslöste.
Ein äthiopisches Gericht verurteilte den Entführer wegen Luftpiraterie in Abwesenheit zu 19½ Jahren Gefängnis. Die Schweizer Behörden hatten eine Auslieferung abgelehnt. 2015 ergab ein psychiatrisches Gutachten, dass er zum Zeitpunkt der Entführung nicht urteilsfähig war. Er war zunächst in der geschlossenen Psychiatrie, danach im Gefängnis. Dort wartet er, bis ein Prozess vor dem Bundesstrafgericht über die Tatbestände Freiheitsberaubung, Entführung und Störung des öffentlichen Verkehrs urteilt und über die therapeutischen Massnahmen befindet.

Bochumer Hütte

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Die Bochumer Hütte (1432 m ü. A.), auch Kelchalm beziehungsweise Kelchalpe genannt, ist eine Alpenvereinshütte des Deutschen Alpenvereines e. V., Sektion Bochum, in den Kitzbüheler Alpen, Tirol, Österreich. Die Hütte ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und verfügt auch über Schlafmöglichkeiten.

Die Hütte wurde im Jahr 1832 als Unterkunft für die Knappen des Kupferbergbaus errichtet. Nach der Einstellung des Bergbaus 1926 mietete die Alpenvereinssektion Kitzbühel das Haus an und weihte es 1928 als Alpenvereinshütte ein. 1939 wurde die Vereinshütte von der Sektion Magdeburg des Deutschen Alpenvereins erworben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sektion Magdeburg enteignet und die Verwaltung der Hütte übernahm die Sektion Kitzbühel. Am 30. März 1964 übernahm die Sektion Bochum die Alpenvereinshütte und die Kelchalm bekam den Namen „Bochumer Hütte“.
Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte der Prähistoriker Matthäus Much Spuren eines bronzezeitlichen Kupferbergbaus im Bereich der Kelchalpe. Bei nachfolgenden Grabungen in den 1930er bis 1950er Jahren wurden weitere Funde sichergestellt, die im Stadtmuseum von Kitzbühel ausgestellt sind.
Von der Bochumer Hütte sind Übergänge zur Hochwildalmhütte (4 Stunden) und weiter zum Wildseeloderhaus (8 Stunden) sowie zur Bürglhütte (4 Stunden) und zur Erich-Sulke-Hütte (5,5 Stunden) möglich.